Buchhaltung  -  einfach. sicher. erklärt.

Buchhaltung einfach & sicher erklärt.

Definition der Buchhaltung

Was ist Buchhaltung?

Die Buchhaltung ist eine Abteilung in einem Unternehmen. Die Abteilung, bestehend aus einem oder mehreren Buchhaltern, befasst sich mit der Buchführung. Diese bezeichnet also die eigentliche Tätigkeit sowie die dahinterstehende Methodik.

Die beiden Begriffe Buchhaltung und Buchführung werden im Alltag häufig synonym verwendet, was nicht ganz korrekt ist. Die Buchhaltung analysiert und dokumentiert alle in einer Firma anfallenden Geschäftsvorfälle, also alle Vorgänge, die das Vermögen des Unternehmens betreffen. Dazu gehören zum Beispiel Einnahmen, Materialeinkäufe, Abschreibungen, Kredite oder Lohnkosten.

In größeren Unternehmen ist die Buchhaltung oftmals in weitere Teilbereiche untergliedert. Die gängigsten Buchhaltungsbereiche sind:

Finanzbuchhaltung (FiBu): Dokumentation aller finanziellen Transaktionen

Was sind die Aufgaben der Finanzbuchhaltung?
Die Aufgaben der Finanzbuchhaltung lassen sich im Wesentlichen in vier Bereiche unterteilen:

1. Die Ermittlung der Bestände (Aufstellung der Bilanz)
Im Zuge dieser Aufgabe der Finanzbuchhaltung werden die aktuellen Schuldenbestände und Vermögensstände dokumentiert.

2. Die Ermittlung der Bestandsveränderungen
Wie haben sich Vermögen und eigene bzw. fremde Außenstände verändert? Diese Fragen werden im Zuge der Bestandsveränderungsermittlung geklärt. 

3. Die Ermittlung des Erfolgs (Gewinn- und Verlustrechnung)
Diese Aufgabe ist eng verknüpft mit der Ermittlung der Bestände. Sobald alle Aufwendungen dem Ertrag gegenübergestellt wurden, kann der Erfolg mittels der Gewinn- und Verlustrechnung ermittelt werden. Erfolg ist in diesem Fall nicht unbedingt positiv zu verstehen. Im Falle von Verlusten spricht man oft vom negativen Erfolg. 

4. Die Ermittlung der Selbstkosten
Selbstkosten sind alle Kosten für innerbetriebliche Leistungen. Auch diese werden bei der Finanzbuchhaltung ermittelt.

Weitere Aufgaben der Finanzbuchhaltung sind:

• die Bereitstellung von Zahlen für die Preiskalkulationen,
• das Erstellen von Statistiken und Auswertungen,
• die innerbetriebliche Kontrolle
• Rückstellungen und Abgrenzungen und
• die Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldung.

Die Finanzbuchhaltung ist zudem eine wichtige Informationsquelle für Anteilseigner, Gläubiger und andere Außenstehende.

Was ist Debitorenbuchhaltung?

Die Debitorenbuchhaltung ist ein Teilbereich der Finanzbuchhaltung.

Hier werden die Forderungen gegenüber den Debitoren, also den Kunden des Unternehmens erfasst und verwaltet. Auch Gutschriften von Geschäftspartnern sind in der Debitorenbuchhaltung festgeschrieben.

Wenn ein Kunde also ein Produkt kauft oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, erhält er im Anschluss eine Rechnung. Je nach Unternehmen und Produkt stehen dem Kunden unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel die Lastschrift oder die Überweisung. Der Betrag, den der Kunde dem Unternehmen schuldet, wird als Forderung bezeichnet. Die Debitorenbuchhaltung überwacht diese Forderungen. Sie schreibt also fest, wer dem Unternehmen welchen Geldbetrag schuldet. 

Die Forderungen werden auf Kontokorrentkonten bzw. Debitorenkonten verwaltet. Debitorenkonten bilden in der Buchhaltung ein sogenanntes Nebenbuch. Manchmal bekommt jeder Kunde ein eigenes Debitorenkonto, manchmal gruppiert man die Debitoren und gibt ihnen ein gemeinsames Konto. Wie die Debitorenverwaltung geregelt wird, ist vom jeweiligen Unternehmen und seiner Kundenstruktur abhängig. Alle offenen Forderungen der Kunden werden auf Saldenlisten festgehalten. 

Die Debitorenbuchhaltung hat nicht nur eine rein dokumentarische Funktion. Sie dient vielmehr dazu, ausstehende Zahlungen einzutreiben. Darüber hinaus sind die Informationen über die Forderungen wichtig für die weitere Unternehmensplanung.

Was ist Kreditorenbuchhaltung?

Die Kreditorenbuchhaltung ist der Teilbereich der Finanzbuchhaltung, der den Gegenpol zur Debitorenbuchhaltung bildet.

Sie ist zuständig für die Buchführung der Kontokorrentbeziehungen zwischen dem eigenen Unternehmen und den sogenannten Kreditoren. Kreditoren sind Lieferanten oder externe Anbieter von Dienstleistungen, die offene Forderungen gegenüber dem eigenen Unternehmen haben. Sie werden als Kreditor bezeichnet, da sie dem Unternehmen im übertragenen Sinne ein "Kredit" in Form einer Dienstleistung oder eines Produkts gewähren. Sie übernehmen die gleichen Risiken wie ein Kreditgeber. Kreditoren sind das Gegenteil von Debitoren, also von Schuldnern aus Lieferungen und Leistungen. 

Die Kreditorenbuchhaltung hat also die verantwortungsvolle Aufgabe, alle offenen Rechnungen im Blick zu behalten und diese pünktlich zu bezahlen. Nur so werden die Produkte und Dienstleistungen auch pünktlich geliefert und der Work-Flow funktioniert problemlos. Nicht nur große Unternehmen haben es oftmals mit einer Vielzahl an Kreditoren zu tun. Eine übersichtliche Kreditorenbuchhaltung hilft deshalb auch Gründern und kleinen Unternehmen, den Überblick zu behalten. Denn nichts ist ärgerlicher, als Mahngebühren zu bezahlen oder mit unzufriedenen Lieferanten zusammenarbeiten zu müssen.

Was ist Anlagenbuchhaltung?

Wie die Kreditorenbuchhaltung und die Debitorenbuchhaltung ist auch die Anlagenbuchhaltung ein Teilbereich der Finanzbuchhaltung. Hier werden alle langlebigen Vermögensgegenstände des Unternehmens verwaltet und abgeschrieben. "Langlebige Vermögensgegenstände" sind solche Sachanlagen, die angeschafft werden, um dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen. Dazu zählen unter anderem:

• Grundstücke Gebäude
• Maschinen
• Fahrzeuge
• Betriebsausstattungen
• Werkzeuge
• Patente, Konzessionen, Lizenzen

In der Anlagenbuchhaltung gibt es verschiedene Sammelkonten, zum Beispiel das Konto Fuhrpark oder das Konto Maschinenpark. Für jede eigenständig nutzbare Sachanlage, also beispielsweise für den Transporter oder die Kreissäge, wird eine eigene Anlagekartei geführt. Diese beinhaltet Informationen zu den Anschaffungskosten, dem Datum der Anschaffung, der Nutzungsdauer und den Wertminderungen (Abschreibungen). Jede Anlagekartei bildet ein Nebenbuch. In ihrer Gesamtheit dienen die Anlagenkarteien als Grundlage zur Erfassung des gesamten Anlagevermögens im Inventar. Eine Anlage wird solange als Anlagekartei geführt, bis sie verkauft oder verschrottet wird. Selbst wenn eine Sachanlage bereits vollständig abgeschrieben ist, bleibt sie als Betriebsvermögen im Inventar erhalten. 

Die Anlagenbuchhaltung weist die Vermögenswerte eines Unternehmens gegenüber externen Stellen aus, beispielsweise gegenüber dem Finanzamt. Darüber hinaus hat sie eine wichtige Informationsfunktion und dient als Entscheidungshilfe für den Investitionsplan.

Was sind die Aufgaben der Anlagenbuchhaltung?

Die Anlagebuchhaltung hat zwei wesentliche Aufgaben:

1.) Bewertung und Buchung von Zu- und Abgängen des Anlagevermögens
Die Anlagenbuchhaltung erfasst alle Sachanlagen in den Anlagekarteien. In Zuge des Jahresabschlusses werden der aktuelle Anlagevermögensbestand sowie Zu- und Abgänge für die vergangene Rechnungsperiode ermittelt. Die Anlagenbuchhaltung errechnet außerdem die Besitzsteuern.

2.) Ermittlung und Buchung der Abschreibungen 
Abschreibungen sind Wertminderungen von betrieblichen Sachanlagen. Die Anlagenbuchhaltung ermittelt kalkulatorische, steuerliche und bilanzielle Abschreibungen. Nach dieser Wertminderung haben die Anlagen einen neuen, monetären Wert. Entsprechend werden auch die Versicherungen angepasst.

Darüber hinaus hat die Anlagenbuchhaltung eine Informationsfunktion. Sie hat jederzeit den genauen Überblick darüber, welche Maschinen, Fahrzeuge und andere Sachanlagen sich im Bestand befinden und welchen Wert sie noch haben. Auf dieser Basis entstehen Investitionspläne. Für ein Unternehmen ist es sehr wichtig, Neuanschaffungen zum richtigen Zeitpunkt zu tätigen, um nicht unnötige Geldmittel zu verschwenden. Dank der Anlagenbuchhaltung kann der Unternehmer besser abwägen, ob Reparaturen noch sinnvoll sind oder ob eine Neuanschaffung in Frage kommt.

Die Buchhaltung hat die Hauptaufgabe, alle Wertveränderungen in einer Firma chronologisch und systematisch zu erfassen. Daraus wird dann der Gewinn, also der Erfolg des Unternehmens in der jeweiligen Abrechnungsperiode ermittelt. Gleichzeitig ist die Buchführung auch die Grundlage für die Besteuerung durch das Finanzamt.

Wer ist Buchhaltungspflichtig und wer nicht?

Grundsätzlich muss jeder Unternehmer, Kleinunternehmer und Freiberufler eine Gewinnermittlung durchführen. Man unterscheidet hierbei jedoch zwei unterschiedliche Verfahren:

Die Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) ist eine einfachere Form der Gewinnermittlung. Sie ist Freiberuflern, Gewerbetreibenden mit geringem Einkommen und landwirtschaftlichen Betrieben vorbehalten. Das Bundesfinanzministerium hat 2005 ein Formular eingeführt, das den Aufbau der Einnahmen-Überschussrechnung definiert. Diese Form der Buchhaltung ist wesentlich einfacher als die doppelte Buchführung.

Die doppelte Buchführung (auch Doppik genannt) teilt sich in die zwei Konten Soll und Haben. Sie muss von allen besserverdienenden Gewerbetreibenden zur Gewinnermittlung durchgeführt werden. Hier werden alle Geschäftsvorfälle sowie die zugehörigen Belege erfasst und auf verschiedene Konten verbucht. Die einzelnen Konten sind wiederum Büchern untergeordnet. Bei der doppelten Buchführung unterscheidet man das Hauptbuch, das Grundbuch (auch Journal genannt) sowie ein oder mehrere Nebenbücher. Für eine fehlerfreie und ordnungsgemäße Buchführung muss man sich an die GoB, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung halten.

Buchhaltung für Freiberufler

Freiberufler sind zwar nicht zu einer doppelten Buchführung verpflichtet, dennoch sollten sie Betriebseinnahmen und -ausgaben transparent auflisten. Die Belege werden gleichermaßen gesammelt und zum Beispiel in einer übersichtlichen Excel-Liste nach Erlös- und Kostenarten sortiert. Einnahmen und Ausgaben werden in der Einnahmen-Überschussrechnung zusammengestellt. Wer es noch einfacher mag, kann eine Buchhaltungssoftware dafür benutzen. Mit einem entsprechenden Programm können die Belege noch einfacher sortiert, gebucht und verwaltet werden.

Ein Kleinunternehmer ist eine selbstständig, gewerblich oder freiberuflich tätige Person, die weniger als 17.500 Euro jährlich verdient. Auch Personen, die im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich weniger als 50.000 Euro verdienen und die Grenze von 17.500 Euro im Vorjahr nicht überschritten haben, können als Kleinunternehmer gelten.

Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen und weisen diese demnach auch nicht auf Ihrer Rechnung aus. Genau wie Freiberufler sind auch Kleinunternehmer nicht zu einer doppelten Buchhaltung verpflichtet. Trotzdem sollten Belege und Rechnungen stets sorgfältig aufbewahrt werden. Sie helfen bei der Erstellung der Einnahmen-Überschussrechnung für das Finanzamt.

Buchhaltung für Gewerbetreibende

Alle Gewerbetreibenden, die eine bestimmte Einkommensgrenze überschreiten sind buchführungspflichtig. Sie müssen eine doppelte Buchführung erstellen. Darüber hinaus sind alle Gesellschaften mit folgenden Rechtsformen buchführungspflichtig: 
Kommanditgesellschaften (KG) Offene Handelsgesellschaften (OHG) Aktiengesellschaften (AG) Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) 
Die doppelte Buchführung ist wesentlich komplexer als die Gewinnermittlung mittels Einnahmen-Überschussrechnung. In den meisten Fällen wird sie von einem Steuerberater oder einem Buchhalter erledigt. Hilfreich kann hier auch eine entsprechende Buchhaltungssoftware sein, die alle Bücher und Konten detailliert auflistet und das Buchen erleichtert. Wer sich nicht sicher ist, ob er buchführungspflichtig ist, sollte beim zuständigen Finanzamt nachfragen.

Sonderform: Ökologische Buchhaltung

Die Vorgaben zur Buchführung sind in den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) gesetzlich festgeschrieben. Sie muss wahrheitsgemäß und klar sein und alle Kostenstellen übersichtlich auflisten. Die GoB umfassen drei Bereiche:

  • Belegpflicht: Eine Buchung darf nur mit Beleg erfolgen.
  • Organisationsgrundsätze: Alle Belege sind vollständig, unmittelbar und systematisch in fortlaufender Reihenfolge zu dokumentieren und abzulegen.
  • Buchungsgrundsätze: Die Buchungen müssen klar, nachprüfbar, transparent und vollständig sein. Die beigefügten Belege müssen gut lesbar sein.

Grundsätze ordnungsgemäßer DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS)

Die Grundsätze ordnungsgemäßer DV-gestützter Buchführungssysteme stellen eine Präzisierung der GoB dar. Der Fokus liegt auf datenverarbeitungsgestützter Buchführung, also auf der ordnungsgemäßen Behandlung elektronischer Dokumente. In den GoBS wird unter anderem festgehalten, ob und in welcher Form Belege eingescannt werden dürfen und wie diese anschließend abgelegt werden müssen.

Elemente der Buchhaltung

Bei der Buchhaltung werden drei Arten von Büchern unterschieden:

Grundbuch (oder Journal)

Das Grundbuch ordnet alle Geschäftsvorfälle in chronologischer Reihenfolge. Aufgrund der zeitlichen Abfolge der Buchungen und Belege wird das Grundbuch auch als Tagebuch oder Journal bezeichnet. Jeder Geschäftsvorfall erhält eine laufende Nummer und umfasst folgende weitere Informationen:

Das Grundbuch ist gleichzeitig Grundlage und Buchungsanweisung für die Übertragung der Buchungen in das Hauptbuch.

Hauptbuch

Das Hauptbuch enthält alle Sachkonten. Hier werden die einzelnen Geschäftsvorfälle nach sachlichen Gesichtspunkten in Konten gebucht. Früher wurden die einzelnen Konten auf Karteikarten geführt, weshalb man heute noch zuweilen von "Kontenblättern" spricht. Der Abschluss des Hauptbuches ergibt die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung. Der Jahresabschluss ist eines der wichtigsten Elemente der Bilanzbuchhaltung. Er dient als Grundlage für die Gewerbesteuerberechnung, die Berechnung von Körperschafts- und Einkommensteuer. Darüber hinaus ist der Abschluss wichtiger Informationsgeber für Banken und Anteilseigner.

Nebenbücher

Neben Grund- und Hauptbuch gibt es meist mehrere Nebenbücher. Nebenbücher dienen dazu, bestimmte Hauptbuchkonten näher zu erläutern. Gängige Nebenbücher sind etwa das Warenbuch, das Kontokorrentbuch oder das Kassenbuch. Im Warenbuch werden Wareneingänge und Warenausgänge verbucht. Das Kontokorrentbuch vermerkt Informationen zu Lieferanten und Kunden und das Kassenbuch verzeichnet sämtliche Bargeldbewegungen.

Konten in der Buchführung

Die Finanzen eines Unternehmens werden auf verschiedenen Konten erfasst. Ein Konto besteht immer aus einer Soll- und einer Habenseite. Man kann sich ein Konto also als eine zweispaltige Tabelle vorstellen. Man darf sich dabei nicht von den Begriffen "Soll" und "Haben" verwirren lassen. "Soll" bezeichnet nämlich die Forderungen, die der Kunde bezahlen muss, "Haben" dagegen umfasst die Verbindlichkeiten des Unternehmens. In der linken Soll-Spalte wird also gebucht, was der Kunde zahlen soll, in der rechten Haben-Spalte findet man die Beträge, die man als Unternehmer zu zahlen hat.

Kontenarten

Der Buchhalter unterscheidet zunächst zwischen zwei Kontenarten:

Kontenarten richtig zuordnen

Bestandskonten

Bestandskonten zeichnen Güter- und Geldbestände auf und werden nochmals unterteilt in aktive und passive Bestandskonten. Aktive Bestandskonten umfassen das Vermögen, passive Bestandskonten dagegen Verbindlichkeiten. Passiva zeichnen auf, wo das Eigen- und Fremdkapital letztendlich herkommt:

Aktives Bestandskonto / Aktiva
Anlagevermögen
  • immaterielle Vermögensgegenstände (zum Beispiel Lizenzen)
  • Sachanlagen (zum Beispiel Grundstücke, Maschinen)
  • Finanzanlagen (zum Beispiel Wertpapiere, Anteile an verbundenen Unternehmen)
Umlaufvermögen
  • Vorräte
  • Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände
  • Wertpapiere
  • Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten
aktive Rechnungsabgrenzung
aktive latente Steuern
nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
Passives Bestandskonto / Passiva
Eigenkapital
Rückstellungen (zum Beispiel für Pensionen, Steuerrückstellungen)
Verbindlichkeiten (zum Beispiel Anleihen, Kredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen)
passiver Rechnungsabgrenzungsposten
passive latente Steuern


Zu- und Abgänge auf aktiven und passiven Bestandskonten werden folgendermaßen verbucht:

Aktive Bestandskonten / Aktiva
Passive Bestandskonten / Passiva
SOLL
Zugang
HABEN
Abgang
SOLL
Abgang
HABEN
Zugang

Erfolgskonten

Erfolgskonten beschreiben erfolgswirksame Vorgänge. Erfolg bezeichnet hier nicht nur Gewinn, wie man vielleicht annehmen könnte. Auch Verluste werden in den Erfolgskonten verbucht. Bei den Erfolgskonten unterscheidet man Aufwandskonten und Ertragskonten.

Aufwandskonten halten Eigenkapital-Minderungen wie Personalkosten, Materialabgänge oder auch Abschreibungen fest. Achtung: Wird die Rechnung eines Lieferanten bezahlt, so ist dies kein Aufwand, sondern eine Verbindlichkeit, die auf der Haben-Seite des aktiven Bestandskontos verbucht wird.

Ertragskonten umfassen alle Wertzuflüsse, die das Eigenkapital erhöhen, also in der Regel vor allem Umsatzerlöse. Auch hier gilt zu beachten: Eine beglichene Rechnung durch den Kunden ist kein Ertrag, sondern eine erhaltene Forderung, die auf der Sollseite des aktiven Bestandskontos gebucht wird. Ein Aufwand wird immer im Soll gebucht, ein Ertrag dagegen immer im Haben:

Aufwandskonten
Erfolgskonten
SOLL
Aufwand
HABEN
ggf. Korrekturbuchung
SOLL
ggf. Korrekturbuchung
HABEN
Ertrag


Wenn eine Buchung falsch vorgenommen wurde, führt man eine Korrekturbuchung durch. Dabei wird der gleiche Buchungssatz noch einmal geschrieben, nur auf der gegenüberliegenden Kontoseite. Falsche Buchungssätze dürfen nicht einfach gelöscht werden, sondern müssen immer mit einer Korrekturbuchung rückgängig gemacht werden. Das ist ein Grundprinzip der ordnungsgemäßen Buchführung.

Kontenrahmen und Kontenplan

Der Kontenrahmen listet alle für die Buchführung relevanten Konten für einen Wirtschaftszweig auf. So gibt es zum Beispiel einen Standardkontenrahmen für die Land- und Forstwirtschaft, einen Einzelhandelskontenrahmen, einen Standardkontenrahmen für Zahnärzte und so weiter. Die Kontenrahmen dienen für den Unternehmer als Richtlinie für die Erstellung eines konkreten, individuellen Kontenplans. 

Der Kontenplan ist das Verzeichnis aller Konten, die ein Unternehmen bei der doppelten Buchführung verwendet. Er orientiert sich meist an einem Standardkontenrahmen, ist aber individuell auf die Besonderheiten des betreffenden Unternehmens zugeschnitten.

Aufgaben der Buchhaltung

Die Hauptaufgabe der Buchhaltung besteht nach § 239 Abs. 2 HGB darin, "alle Geschäftsvorfälle laufend, lückenlos und sachlich geordnet zu erfassen und zu buchen." Die Buchungen bilden die Grundlage für die Bilanzierung und den Jahresabschluss. Der Jahresabschluss ist der rechnerische Abschluss eines Geschäftsjahres und stellt die finanzielle Lage eines Unternehmens fest. Er besteht aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Die Bilanzkennzahlen ergeben sich aus den aktiven und passiven Bestandskonten, die Gewinn- und Verlustrechnung aus den Aufwands- und Ertragskonten.

Auf dem Weg zum Jahresabschluss befasst sich der Buchhalter mit vielen weiteren Aufgaben, die nachfolgend kurz aufgelistet werden sollen.

Belegorganisation

Generell gilt: Keine Buchung ohne Beleg. Die Buchungen müssen stets transparent und nachvollziehbar sein und dazu gehört ein passender Beleg. Die Buchhaltung kümmert sich um das Prüfen, Sortieren und Kontieren der einzelnen Belege.

Umsatzsteuer und Vorsteuer

Wer nicht umsatzsteuerbefreit ist, wie zum Beispiel Kleinunternehmer, Ärzte oder Vermieter, muss von seinen Einnahmen eine Umsatzsteuer von 19 Prozent abführen. Ausnahmen gibt es hier etwa für Taxifahrer, die einen ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent zahlen.  Neben der Umsatzsteuer gibt es die Vorsteuer, also die Umsatzsteuer, die ein Unternehmer auf Eingangsleistungen zahlt. Kauft man sich zum Beispiel als Unternehmer einen neuen Laptop, so sind im Kaufpreis 19 Prozent Umsatzsteuer enthalten. Diese, in der Buchhaltung sogenannte Vorsteuer muss der Unternehmer zunächst bezahlen, kann sie sich aber anschließend vom Finanzamt zurückholen.  Die Buchhaltung kümmert sich um die ordnungsgemäße Buchung von Vorsteuer und Umsatzsteuer. Alternativ kann man dies auch mithilfe einer Buchhaltungssoftware einfach und komfortabel selbst erledigen.

Weitere Steuern: Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer

Die Gewerbesteuer wird auf den Ertrag eines Gewerbebetriebes erhoben und beträgt mindestens sieben Prozent. Natürliche Personen und Personengesellschaften haben einen Freibetrag von 24.500 Euro, auf den keine Gewerbesteuer gezahlt werden muss. Auch die Körperschaftssteuer besteuert den Ertrag. Sie muss von bestimmten juristischen Personen gezahlt werden, zum Beispiel von Kapitalgesellschaften oder Vereinen.

Einkommensteuer

Die Einkommensteuer wird auf das Einkommen natürlicher Personen erhoben. Bemessungsgrundlage ist dabei das zu versteuernde Einkommen. Die Einkommensteuererklärung wird in der Regel zum 31. Mai eines Jahres eingereicht. Nicht jeder ist dazu verpflichtet, oftmals kann man aber Geld zurückerstattet bekommen, wenn man höhere Steuern vorausbezahlt hat.

Anlagenverwaltung

Das Anlagevermögen eines Unternehmens wird auf dem aktiven Bestandskonto gebucht. Verschiedene materielle Vermögensgegenstände können abgeschrieben werden. Bei einer Abschreibung wird der Wert eines Gegenstandes, zum Beispiel einer Maschine nach und nach vermindert. Über welchen Zeitraum ein Vermögensgegenstand abgeschrieben wird, ist in der sogenannten AfA-Tabelle (Absetzung für Abnutzungen) festgehalten. Das Anlagevermögen kann durch den Buchhalter und mithilfe einer praktischen Buchhaltungssoftware verwaltet werden.

Inventur:

Für eine ordnungsgemäße Buchführung muss man genau wissen, welche Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in einem Unternehmen vorhanden sind. Ein ausführliches und genaues Bestandsverzeichnis wird auch als Inventar bezeichnet. Zu Beginn der gewerblichen Tätigkeit sowie am Ende jedes Geschäftsjahres wird eine Inventur durchgeführt, um das Inventar zu ermitteln.

Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)

Die Kosten- und Leistungsrechnung wird in erster Linie intern verwendet. Sie dient zu kurzfristigen Planung von Kosten und Erlösen. Außerdem dient die Kosten- und Leistungsrechnung als Kontrollinstrument für Plan-, Ist- und Solldaten.

Selbstkosten

Selbstkosten sind Kosten, die in der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Vertriebs entstanden sind. Dazu zählen beispielsweise Kosten für Marktforschung, Marketing, Schulungen, Messeauftritte und vieles mehr. Die Buchhaltung bucht alle Selbstkosten auf dafür vorgesehene Konten.

Was ist Debitorenbuchhaltung ?

1. Forderungsmanagement und Mahnwesen

Die Debitorenbuchhaltung verwaltet alle Debitorenkonten, legt neue an und überprüft sie regelmäßig auf offene Forderungen, also auf bisher unbezahlte Rechnungen oder auch Überzahlungen. Die offenen Posten werden in regelmäßigen Abständen überprüft, beispielsweise im 7- oder 14-Tage-Rhythmus. Diese Überprüfung ist eine Vorstufe zum Mahnwesen.

Beim Mahnwesen unterscheidet man das außergerichtliche und das gerichtliche Mahnwesen. In der Regel wird zunächst versucht, die ausstehenden Beträge außergerichtlich einzuholen, vor allem um die Geschäftsbeziehungen zu dem Kunden nicht zu beeinträchtigen. Wie viele Mahnstufen bis zum gerichtlichen Mahnwesen verfolgt werden, entscheidet jedes Unternehmen selbst. Meist bekommt der Kunde zunächst eine freundliche Zahlungserinnerung, bevor eine deutliche Mahnung ausgesprochen wird. Sinnvoll und zielführend ist oft auch ein persönliches Gespräch mit dem Kunden, wenn es sich realisieren lässt. Das ist natürlich von der Branche abhängig.

Wenn sich die außergerichtlichen Mahnungen nicht erfolgreich zeigen, wird sich eine gerichtliche Mahnung nicht vermeiden lassen. Diese kann eigenständig von der Debitorenbuchhaltung durchgeführt werden oder durch externe Stellen, also durch Rechtsanwälte oder Inkassounternehmen, erfolgen. Bei einer eigenständigen gerichtlichen Mahnung sollten Kenntnisse im Umgang mit Gerichtsvollziehern und Mahngerichten vorhanden sein.

Generell gilt: Keine Buchung ohne Beleg. Die Buchungen müssen stets transparent und nachvollziehbar sein und dazu gehört ein passender Beleg. Die Buchhaltung kümmert sich um das Prüfen, Sortieren und Kontieren der einzelnen Belege.

2. Informationsmanagement

Durch die Verwaltung der Forderungen verfügt die Debitorenbuchhaltung über Informationen zur Summe der ausstehenden Zahlungen. Das ist von großer Bedeutung, um Aussagen zur Liquidität des Unternehmens und zu möglichen Investitionen treffen zu können. Die Debitorenbuchhaltung liefert die Zahlen an das Unternehmensmanagement und gibt diesem damit eine Grundlage für operative und strategische Entscheidungen.
Zudem generiert die Debitorenbuchhaltung Informationen zum Zahlungsverhalten der Debitoren. Zahlt ein Kunde beispielsweise schon seit längerer Zeit seine Rechnungen nicht, ist die Gefahr groß, dass dem Kunden die Insolvenz droht. Wer solche Szenarien früh erkennt, kann den Schaden im besten Fall klein halten.

Bei sehr hochpreisigen Produkten oder Dienstleistungen ist es außerdem oft sinnvoll, neue Debitoren auf deren Kreditwürdigkeit zu überprüfen. Auch das ist Aufgabe der Debitorenbuchhaltung. Überprüft werden kann die Kreditwürdigkeit beispielsweise bei einer Wirtschaftsauskunftei.

Was ist Kreditorenbuchhaltung ?

Die Kreditorenbuchhaltung befasst sich vor allem mit der Bearbeitung der Eingangsrechnungen (auch kreditorische Rechnungen genannt). Dazu gehören mehrere einzelne Schritte:

1. Kreditorenstammsatzpflege

Alle Kreditoren, die regelmäßige und dauerhafte Geschäftsbeziehungen mit dem Unternehmen eingehen, werden in einer Kreditorendatenbank erfasst. Jeder Kreditor bekommt eine eigene Identifikationsnummer, die sogenannte Kreditorennummer. Darüber hinaus werden weitere Informationen über das Unternehmen im Datensatz erfasst, zum Beispiel:

• Name
• Anschrift
• Gesellschaftsform
• Kontaktpersonen
• Telefonnummern und Durchwahlen
• E-Mail-Adressen
• bevorzugte Zahlungswege und Zahlungsinformationen

Die Daten werden in der Regel in einem sogenannten ERP-System (Enterprise-Resource-Planning-System) erfasst. Solche Systeme verwalten Personal, Kapital, Material, Betriebsmittel und viele weitere Ressourcen des Unternehmens.

2. Prüfung der kreditorischen Rechnung

Bei der Prüfung der Eingangsrechnung werden die Posten sowie deren Stückzahlen und Preise kontrolliert. Zudem prüft die Kreditorenbuchhaltung, ob die Eingangsrechnung mit der Bestellung übereinstimmt.

3. Erfassung der Eingangsrechnungen

Die Eingangsrechnungen werden, genau wie die Kreditorenstammdaten, in dem ERP-System des Unternehmens bzw. in einer Buchhaltungssoftware erfasst. Damit jede Kreditorenrechnung einfach wiedergefunden werden kann, wird die Kreditorennummer zur Erfassung der Rechnung verwendet. Der Rechnungsbetrag wird als Verbindlichkeit im Haben gebucht. Das Gegenkonto im Soll ist ein Aufwandskonto oder ein Bestandskonto. Ggf. wird die Umsatzsteuer noch auf einem Vorsteuerkonto gebucht.

4. Verwaltung der offenen Posten

Damit keine ausstehende Zahlung ausversehen durch die Lappen geht, werden die offenen Rechnungen entsprechend ihrer Fälligkeit sortiert und verwaltet. So können versehentliche Doppelbuchungen vermieden werden. Bei der Verwaltung der offenen Posten laufen alle ausstehenden Rechnungen und Zahlungsverpflichtungen zusammen. So kann auch die kurzfristige Liquidität besser geplant und überprüft werden.

5. Zahlungsveranlassung

Sobald die Fälligkeit erreicht ist, werden die Kreditorenverbindlichkeiten ausgeglichen, das heißt die Forderung wird durch eine Zahlung beglichen. Mithilfe einer entsprechenden Buchhaltungssoftware erfolgt die Zahlung ganz automatisch, beispielsweise per Online Überweisung. Die Kreditorenbuchhaltung ist auch für die Einrichtung und Verwaltung von Daueraufträgen und für die Reisekostenabrechnung zuständig.

6. Archivierung der Eingangsrechnungen

Eingangsrechnungen müssen laut der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist in Deutschland mindestens 10 Jahre lang aufbewahrt werden. Die Rechnungen werden chronologisch oder alphabetisch sortiert und in einem Ablagesystem aufbewahrt. Nach Ablauf der zehnjährigen Frist dürfen die Unterlagen vernichtet werden. Alternativ dürfen die Rechnungen auch in einem sicheren, elektronischen Archiv aufbewahrt werden.

Die Kreditorenbuchhaltung ist zudem dafür zuständig, regelmäßig Auswertungen über offene Posten, Kreditorensaldenlisten oder Kreditorenstammdaten zu erstellen. Solche Auswertungen sind sehr wichtig für die strategische Ausrichtung des Unternehmens sowie für die kurzfristige Liquiditätsplanung.

Was ist Bilanzbuchhaltung ?

Die Bilanzbuchhaltung ist ein Teilbereich der Buchhaltung in einem Unternehmen. Anders als die Kreditorenbuchhaltung oder die Debitorenbuchhaltung beschäftigt sich die Bilanzbuchhaltung aber nicht mit kleinen organisatorischen Einheiten, sondern mit den Ergebnissen aller Teilbereiche.

Die Bilanzbuchhaltung fasst also die Zahlen der verschiedenen Teilbereiche der Buchhaltung zusammen und errechnet die Bilanz sowie den Jahresabschluss. Bilanz und Jahresabschluss sind die zentralsten Ergebnisse im Geschäftsjahr eines Unternehmens.

Deshalb ist die Bilanzbuchhaltung auch ein ganz wichtiges Element der Buchhaltung. Sie trifft die entscheidende Aussage darüber, ob die Arbeit des Unternehmens erfolgreich ist oder nicht und wie sich die Zahlen im Einzelnen zusammensetzen.

Was sind die Aufgaben der Bilanzbuchhaltung?

Die Bilanzbuchhaltung befasst sich im Wesentlichen mit folgenden Aufgaben:

1. Erstellung von Jahresabschluss und Bilanz

Die Bilanzbuchhaltung erstellt am Ende eines jeden Geschäftsjahres den Jahresabschluss und die Bilanz. Diese müssen den national und international gültigen Standards entsprechen. Die Bilanzbuchhaltung muss außerdem über die Geschäftstätigkeit des Unternehmens Rechenschaft ablegen und die Bilanz öffentlich darlegen. Sie übernimmt damit Aufgaben des externen Rechnungswesens.

2. Unternehmensinterne Informationsfunktion

Gleichzeitig übernimmt die Bilanzbuchhaltung auch Aufgaben des internen Rechnungswesens. Sie liefert die rechnerische Grundlage für strategische und operative Planungen und Entscheidungen. Je nach Größe oder Situation des Unternehmens, werden unter Umständen auch quartalsweise oder halbjährlich Zwischen-Bilanzen erstellt. Der Bilanzbuchhalter muss die Unternehmensführung jederzeit über die aktuelle wirtschaftliche Situation des Unternehmens, dessen Liquidität und Rentabilität aufklären können. Niemand in einem Unternehmen ist besser über die Zahlen informiert als der Bilanzbuchhalter. Auf der Grundlage der aktuellen Unternehmenszahlen werden wichtige unternehmerische Entscheidungen getroffen, beispielsweise über Investitionen oder die Einstellung von Mitarbeitern.

3. Berechnung der Steuerpflichten des Unternehmens

Die Steuerpflichten eines Unternehmens werden auf der Grundlage der Bilanz errechnet. Damit bestimmte Steuervorteile und Sonderregelungen beachtet werden können, muss der Bilanzbuchhalter juristische und steuerliche Kenntnisse besitzen.

Der Abschluss des geprüften Bilanzbuchhalters ist ein öffentlich-rechtlich anerkannter Abschluss. Er wird nach dem erfolgreichen Absolvieren einer kaufmännischen Aufstiegsfortbildung vergeben.

Umsatzsteuer: 7 oder 19%?

Die Umsatzsteuer (USt) ist wirtschaftlich betrachtet eine Mehrwertsteuer und so wird sie auch umgangssprachlich häufig als solche bezeichnet. Die Umsatzsteuer ist eine indirekte Steuer. Sie wird nämlich nicht vom Verbraucher direkt erhoben, sondern über das Unternehmen. Eine direkte Berechnung der Umsatzsteuer für jeden Verbraucher ist technisch nicht möglich.

Deshalb ist der Unternehmer dazu verpflichtet, die Umsatzsteuer auf jedes Produkt und jede Dienstleistung zu erheben, die er für den Verbraucher erbringt. Anschließend muss er die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Vorsteuer und Kleinunternehmer

Für den Unternehmer selbst in die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten. Er muss sie erheben und abführen, darf sie aber gleichzeitig auch für eingekaufte Produkte beim Finanzamt geltend machen. Dies erfolgt im Rahmen einer monatlichen, vierteljährlichen oder jährlichen Umsatzsteuervoranmeldung. In welchen Zeitabständen die Umsatzsteuervoranmeldung erfolgt, ist vom jeweiligen Unternehmen abhängig.

Eine einfache Rechnung verdeutlicht diesen Sachverhalt:

Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Unternehmer die Kleinunternehmerreglung in Anspruch nehmen. Kleinunternehmer dürfen bestimmte Umsatz- und Gewinngrenzen nicht überschreiten. Wer in die Kleinunternehmerregelung fällt, muss keine Umsatzsteuer ausweisen und abführen.

Bei der Umsatzsteuerberechnung unterscheidet man zwei verschiedene Steuersätze: 19% und 7%

Der Regelsteuersatz beträgt 19%. Bei dem 7% Steuersatz handelt es sich um eine Sonderregelung für urheberrechtlich Geschützes sowie Lebensmittel, Hotelübernachtungen und einige weitere Ausnahmen.

Umsatzsteuersatz: Regelsteuersatz und Sonderregelung

Grundsätzlich fallen auf jede Dienstleistung und jedes verkaufte Produkt 19% Umsatzsteuer an. Denn dies ist seit 2007 der in Deutschland gültige Regelsteuersatz. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen, für die der Sondersteuersatz bzw. der ermäßigte Steuersatz von 7% gilt, nämlich für:

Der ermäßigte Steuersatz ist relativ schwierig zu erfassen, da es viele Ausnahmeregelungen gibt. Informieren Sie sich deshalb genau, ob Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung unter die Sonderregelung fällt.

Was ist Vorsteuer ?

Die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die einem Unternehmen in Form von Eingangsrechnungen von anderen Unternehmen in Rechnung gestellt wird.

Bezieht also beispielsweise eine Möbelschreinerei Holz aus einem Sägewerk, so ist auf der Rechnung des Sägewerks 19 Prozent Umsatzsteuer vermerkt. Der Schreiner darf diese Umsatzsteuer als Vorsteuer betrachten und vom Finanzamt zurückfordern. Man spricht hier auch vom Vorsteuerabzug.

Gleichermaßen muss der Unternehmer die Umsatzsteuer, die er auf seinen Ausgangsrechnungen ausgewiesen hat, an das Finanzamt abgeben. Verkauft der Schreiner also den fertigen Tisch, tritt er 19 Prozent Umsatzsteuer des Endbetrags an das Finanzamt ab.

Was ist der Unterschied zwischen Vorsteuer und Umsatzsteuer?

Ob eine Umsatzsteuer als Vorsteuer oder als Umsatzsteuer betrachtet wird, ist von der Sichtweise abhängig. Aus Sicht des Unternehmers ist die Vorsteuer die Steuer, die auf Eingangsrechnungen erhoben wurde. Eingangsrechnungen sind Rechnungen, die das Unternehmen für Dienstleistungen oder Produkte anderer Unternehmen begleichen muss.

Vorsteuer: Umsatzsteuer auf Eingangsrechnungen
Umsatzsteuer: Umsatzsteuer auf Ausgangsrechnungen

Die Vorsteuer ist gleichzeitig auch Umsatzsteuer, nämlich aus Sicht des Verkäufers. Der Steuersatz ist für das gleiche Produkt damit auch immer gleich, egal ob es sich um Vorsteuer oder Umsatzsteuer handelt. In Deutschland gilt der Regelsteuersatz von 19 Prozent. Einige Produkte und Dienstleistungen werden aber auch mit dem verminderten Steuersatz von sieben Prozent besteuert, zum Beispiel Lebensmittel oder Bücher.

Was ist der Vorsteuerabzug?

Jedes Unternehmen muss in regelmäßigen Abständen eine Umsatzsteuervoranmeldung machen, zum Beispiel einmal im Monat oder einmal im Quartal. Dabei werden dem Finanzamt die Umsatzsteuer-Beträge und Vorsteuer-Beträge übermittelt. Die Vorsteuer kann von der Umsatzsteuerlast des Unternehmens abgezogen werden. Eine einfache Rechnung verdeutlicht den Sachverhalt:

• Umsatz des Unternehmens im 1. Quartal: 50.000 Euro
• zu zahlende Umsatzsteuer: 9.500 Euro
• Vorsteuer aus Eingangsrechnungen: 7.000 Euro
• Umsatzsteuerzahllast = Umsatzsteuer - Vorsteuer = 2.500 Euro

Das Unternehmen muss an das Finanzamt nun noch 2.500 Euro Umsatzsteuer abführen.
In der Gründungsphase ist der Vorsteuerabzug häufig höher als die vereinnahmte Umsatzsteuer. Es besteht ein Vorsteuerüberhang. Dieser Betrag wird dem Unternehmen vom Finanzamt erstattet.

Voraussetzungen zum Vorsteuerabzug

Damit die Vorsteuer beim Finanzamt geltend gemacht werden darf, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein:

• Das Produkt oder die Dienstleistung wurde für den Betrieb erworben.
• Das Produkt oder die Dienstleistung enthält Umsatzsteuer.
• Das Produkt oder die Dienstleistung ist keine nicht abzugsfähige Betriebsausgabe (Geschenke, Gästehäuser etc.).
• Es besteht keine Kleinunternehmerregelung.
• Das Unternehmen erzielt umsatzsteuerpflichtige Erträge.
• Die Rechnung ist ordnungsgemäß ausgestellt.

Darüber hinaus gibt es für verschiedene Berufsgruppen einen pauschalen Vorsteuerabzug. Hier wird ein für die Berufsgruppe geltender Prozentsatz des Unternehmensumsatzes als Vorsteuer erstattet. Es kann durchaus vorkommen, dass der pauschale Vorsteuerabzug höher ist, als er eigentlich sein dürfte. Das ist aber nicht in jedem Fall ein Vorteil für das Unternehmen, denn so erhöht sich auch der Gewinn und mehr Gewerbesteuer bzw. Körperschaftssteuer muss gezahlt werden

Was ist Gewerbesteuer ?

Die Gewerbesteuer ist eine kommunale Steuer, die auf die objektive Ertragskraft eines Unternehmens, also auf den Gewinn, erhoben wird. Sie wird auch häufig als Gemeindewirtschaftssteuer oder Objektsteuer bezeichnet. Die Gewerbesteuer wird deshalb erhoben, weil die in einer Gemeinde ansässigen Unternehmen auch eine finanzielle Belastung für die Gemeinde darstellen. Um diese Belastung auszugleichen, erheben die zuständigen Finanzämter die Gewerbesteuer, die im Gewerbesteuergesetz geregelt ist.

Die Gewerbesteuer ist die umstrittenste und meist kritisierte Steuer im deutschen Steuersystem. Kritikpunkte sind zum Beispiel die großen regionalen Unterschiede durch verschiedene Hebesteuersätze sowie der Ausschluss verschiedener wertschöpfender Sektoren von der Gewerbesteuer.

Wer muss Gewerbesteuer zahlen? Wer ist davon befreit?

Jeder Gewerbetreibende muss Gewerbesteuer auf seinen Gewerbeertrag zahlen. Ob Sie gewerbesteuerpflichtig sind, liegt in Ihrer Tätigkeit begründet. Freiberufler, zum Beispiel Ärzte, Steuerberater, Journalisten oder Architekten sind beispielsweise davon befreit, Gewerbesteuer zu zahlen. Auch Forst- und Landwirtschaftsbetriebe sind nicht gewerbesteuerpflichtig.

Mussten Sie mit der Aufnahme Ihres Geschäfts einen Gewerbeschein erwerben? Dann sind Sie in der Regel auch gewerbesteuerpflichtig. Die Gewerbesteuer wird jedoch erst dann fällig, wenn der Jahresgewinn den Freibetrag von 24.500 Euro übersteigt. Der Freibetrag gilt für Einzelunternehmen und Personengesellschaften, nicht aber für Kapitalgesellschaften.

Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Die Gewerbesteuer berechnet sich auf der Basis des Jahreseinkommens abzüglich der Betriebsausgaben. Diesen Wert reduziert man um den Freibetrag von 24.500 Euro. Der Betrag, der nun übrig bleibt wird mit dem bundesweit einheitlichen Steuersatz von 3,5 Prozent besteuert und man erhält den Gewerbesteuermessbetrag. Das ist aber noch nicht der Gewerbesteuerbetrag, den man letztendlich an das Finanzamt überweisen muss. Stattdessen wird der Gewerbesteuermessbetrag mit einem Hebesatz multipliziert, der von Gemeinde zu Gemeinde variiert und immer wieder neu angepasst wird. Der Hebesatz beträgt mindestens 200 Prozent und ist insbesondere in Großstädten meist wesentlich höher. München hat etwa einen Hebesatz von 490 Prozent, das heißt der Gewerbesteuermessbetrag wird mit 4,9 multipliziert.

Beispiel:
Jahreseinkommen: 40.000 Euro
zu versteuerndes Einkommen: 40.000 Euro - 24.500 Euro = 15.500 Euro
Gewerbesteuermessbetrag: 15.500 Euro x 0,035 = 542,50 Euro
Gewerbesteuer: 542,50 Euro x 4,90 (Beispiel München) = 2658,25 Euro

Das Recht zur Festlegung des Hebesatzes ist laut Grundgesetz den Gemeinden vorbehalten und erfolgt durch die Finanzämter.

Wie und Wann ist die Gewerbesteuer zu entrichten?

Die Gewerbesteuer wird beim Jahresabschluss durch das Finanzamt mithilfe eines Gewerbesteuermessbescheids festgelegt. Sobald einmal ein Gewerbesteuerbetrag für Ihr Unternehmen festgelegt wurde, müssen Sie im folgenden Wirtschaftsjahr Vorauszahlungen leisten, wie es auch bei der Umsatzsteuer gehandhabt wird. Gewerbesteuervorauszahlungen erfolgen quartalsweise jeweils zur Mitte des Quartals, also am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und am 15. November.

Warum werden Gewerbetreibende steuerlich stärker belastet als Freiberufler?

Gewerbetreibende müssen zwar teilweise viel Gewerbesteuer bezahlen, dafür können Sie diese in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Gewerbetreibende müssen also weniger Einkommensteuer abführen als Freiberufler und sind dadurch steuerlich mit ihnen gleichgestellt.

Leistungen und Funktionen einer Buchhaltungssoftware

Eine Buchhaltungssoftware erleichtert nicht nur die Buchung der einzelnen Geschäftsvorfälle, sondern vereinfacht auch viele weitere Aufgaben eines Unternehmers, zum Beispiel:

Leistungen und Funktionen einer Buchhaltungssoftware auf einem Blick:

Leistungen einer Buchhaltungssoftware

Funktionen einer Buchhaltungssoftware

Rechnungserstellung

z. B. individuelles Rechnungslayout, Möglichkeit zur Rechnungsversendung per E-Mail

z. B. Einnahmen-Überschuss-Rechnung, Anlagenbuchhaltung, Buchhaltungsvorlagen für häufige Buchungen, Rechnungsabgrenzung, Kostenstellen, Automatisches Buchen von importierten Kontoumsätzen

Belegverwaltung

z. B. Import von Belegen, Belegablage

Stammdatenverwaltung

z. B. Verwaltung der Wirtschaftsjahre, Verwaltung von Kontenrahmen, Verwaltung von Belegnummernkreisen

Mahnwesen

z. B. automatische Versendung von Mahnungen

Datenschutz

z. B. Verschlüsselung, Datensicherung, Datenwiederherstellung

Dies sind nur einige wichtige Arbeiten, die Ihre Buchhaltungssoftware für Sie erledigt. Darüber hinaus erleichtert Buchhaltungssoftware den Arbeitsalltag durch viele weitere Leistungen und Funktionen.

Buchhaltungssoftware Vergleich

Der Buchhaltungssoftware-Markt ist sehr umfangreich

Es gibt viele verschiedene Programme, die unterschiedliche Leistungen und Funktionen erfüllen. Gerade diejenigen, die sich das erste Mal mit dem Thema Buchhaltung auseinandersetzen, sollten sich eine gute Software zulegen.

Buchhaltungsprogramme sind nicht nur eine große Unterstützung im Alltag, sie helfen auch dabei schwerwiegende Buchhaltungsfehler zu vermeiden, die unter Umständen große Strafzahlungen nach sich ziehen würden.

Wer sich eine Buchhaltungssoftware zulegen möchte, sollte zunächst genau vergleichen, was im Leistungsumfang der einzelnen Programme enthalten ist. Sechs bewährte Buchhaltungssoftware-Produkte mit umfangreichem Leistungsportfolio und intuitiver Bedienoberfläche sind:

Machen Sie die Buchhaltung selbst und sparen Geld, oder lassen Sie alles vom Steuerberater erledigen, der dafür meist ein saftiges Honorar abrechnet?

Vorankündigung: Aktuell testen wir die unterschiedlichen Buchhaltungssoftware Angebote - Desktop- und auch Cloud-Programme. Ab Mitte Januar 2017 werden wir vermutlich eine recht umfangreichen und aussagekräftigen Buchhaltungssoftware-Vergleich hier veröffentlichen.