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Einkommensteuer als Unternehmer einfach erklärt

Jeder Unternehmer muss entweder Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer zahlen. Mit welcher Steuer er besteuert wird, ist von der Unternehmensform abhängig. Einkommensteuer wird für Personengesellschaften fällig, also zum Beispiel für Einzelunternehmen oder Kommanditgesellschaften. Hier wird nicht das Unternehmen direkt besteuert, sondern der Unternehmer über seine private Einkommensteuererklärung.    

Nachfolgend erklären wir ausführlich, was es mit der Einkommensteuer auf sich hat, wer sie zahlen muss und warum. Wir erläutern, wie hoch die Einkommensteuer für Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmer ist und welcher Grundfreibetrag für Alleinstehende und Ehepaare gilt. Außerdem beschäftigt sich der Beitrag mit den Abgabefristen für die Einkommensteuererklärung.

Muss ich als Unternehmer Einkommensteuer zahlen?

Ob Sie als Unternehmer Einkommensteuer zahlen müssen, ist wie bei der Gewerbesteuer, der Umsatzsteuer und anderen Steuerarten von Ihrem Gewerbetyp abhängig. So müssen Personengesellschaften Einkommensteuer abführen, Kapitalgesellschaften wie GmbHs oder AGs dagegen nicht. Das bedeutet aber nicht, dass Kapitalgesellschaften steuerlich besser gestellt sind. Anstelle der Einkommensteuer führen diese Unternehmen nämlich die sogenannte Körperschaftsteuer ab.

Personengesellschaften sind zum Beispiel Einzelunternehmen, Gesellschaften bürgerlichen Rechts, offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften. Solche Unternehmen unterliegen keiner Ertragsbesteuerung. Trotzdem sind sie dazu verpflichtet, den Geschäftsertrag im Zuge der privaten Einkommensteuererklärung an das Finanzamt zu melden und zu versteuern. Das gilt auch für Freiberufler.

Wie wird die Einkommensteuer festgesetzt?

Die Einkommensteuer wird vom Gewinn eines Unternehmens abgeführt. Der Gewinn ist die Summe der Betriebseinnahmen unter Abzug sämtlicher Betriebsausgaben wie Miete oder Investitionen. Jede Person hat einen Steuerfreibetrag von derzeit 8.820 Euro (Stand: 2017). Wer Einnahmen unterhalb dieses Grundfreibetrags erzielt, muss keine Einkommensteuer zahlen. Wird der Grundfreibetrag jedoch überschritten, so wird eine Steuerabgabe fällig. Je leistungsfähiger Sie als Unternehmer sind (also je mehr Einnahmen Sie verzeichnen), desto höher ist auch der Steuersatz, den Sie zahlen müssen. Dieses steuerliche Phänomen wird als Progression bezeichnet. Sehr gut verdienende Unternehmer müssen sogar mehr als 40 Prozent des Gewinns versteuern.

Um den zu versteuernden Gewinn so gering wie möglich zu halten, sollte man alle Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen geltend machen.

  • Werbungskosten sind zum Beispiel Reisekosten für Dienstreisen, Kosten für Berufsbekleidung, Bewerbungskosten oder anteilige Mietkosten für ein Arbeitszimmer.
  • Zu den Sonderausgaben zählen Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung, für Haftpflichtversicherungen, Kirchensteuer, Spenden oder Ausbildungskosten.
  • Außergewöhnliche Belastungen sind etwa Unterhaltskosten, Pflegeheimkosten für die eigenen Eltern, Beerdigungskosten oder Krankheitskosten.

Beachten Sie, dass auf den Betrag der Einkommensteuer noch ein Solidaritätszuschlag hinzukommt. Dieser beträgt 5,5 Prozent von dem zu zahlenden Einkommensteuerbetrag und wird diesem hinzuaddiert.

Wann muss die Einkommensteuer gezahlt werden?

Einkommensteuer wird quartalsmäßig im Voraus bezahlt. Die Höhe der Abschlagszahlungen richtet sich entweder nach der Höhe der im Vorjahr gezahlten Einkommensteuer oder nach dem Einkommen, das voraussichtlich erzielt wird. Die Einkommensteuererklärung eines Jahres muss immer bis Ende Mai des Folgejahres eingereicht werden. Stichtag für die Einkommensteuererklärung 2016 ist also der 31. Mai 2017. In der Steuererklärung werden alle Einnahmen, Einkommensteuervorauszahlungen, Werbungkosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen aufgeführt. Das Finanzamt errechnet nun die tatsächliche Steuerschuld und erstattet Ihnen ggf. sogar einen Betrag zurück, sollten Sie zu viel Einkommensteuer vorausbezahlt haben.

Steuererklärung für die Einkommenssteuer

Höhe der Einkommensteuer für Selbstständige

Freiberufler sowie Gesellschafter einer Personengesellschaft müssen eine Einkommensteuererklärung abgeben und Einkommensteuer entrichten. Zu den Personengesellschaften gehören zum Beispiel Einzelunternehmen, Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) oder Offene Handelsgesellschaften (OHG). Der Gewinn dieser Personengruppen unterliegt keiner direkten Besteuerung. Diese erfolgt stattdessen über die persönliche Einkommensteuererklärung.

Wie hoch ist die Einkommensteuer für Selbstständige?

Wie viel Einkommensteuer jeder Selbstständige zahlen muss, ist von der Höhe der Gewinne abhängig. Je mehr Gewinn eine Gesellschaft erzielt, desto mehr Prozent Einkommensteuer muss sie an das Finanzamt entrichten. Man spricht hier auch von einem progressiv angelegten Steuersatz. Die Einkommensteuer wird immer erst am Ende eines Jahres erhoben, denn für die Berechnung der Einkommensteuer zählt das gesamte Einkommen, auch das der Ehefrau oder des Ehemannes.

Was für alle Personengesellschaften und Freiberufler gleichermaßen gilt ist der Freibetrag von 8.820 Euro für Ledige und 17.640 Euro für Verheiratete (Stand 2017). Bis zu diesen Freibeträgen muss keine Einkommensteuer entrichtet werden. Alles was darüber hinaus geht, wird besteuert.

Zusätzlich zur Einkommensteuer gibt es den Solidaritätszuschlag. Der Solidaritätszuschlag, auch kurz Soli genannt, ist eine Ergänzungsabgabe zur Einkommensteuer bzw. zur Kapitalertrags- und Körperschaftsteuer. Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent und berechnet sich jeweils aus der Höhe der Einkommenssteuer, der Kapitalertragsteuer oder der Körperschaftsteuer.

Einkommensteuer für Freiberufler und Kleinunternehmer

Freiberufler und Kleinunternehmer sind ebenso steuerpflichtig wie große Unternehmen und Gewerbetreibende auch. Zwar ist die Gewinnermittlung bei Freiberuflern und Kleinunternehmern relativ einfach, aber eine Einkommensteuererklärung darf trotzdem nicht fehlen. Sie muss bis zum 31. Mai oder mit Antrag auf Aufschub zum 30. September des Folgejahres abgegeben werden.

Einkommensteuererklärung für Freiberufler

Freiberufler müssen Einkommensteuer zahlen, wenn die Einkünfte den Einkommensteuer-Freibetrag von 8.820 Euro (Stand 2017) übersteigen. Die Ermittlung der Einkünfte erfolgt entweder über die doppelte Buchführung oder über eine Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR). Freiberufler sind nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet und entscheiden sich deshalb meist für die EÜR zur Ermittlung ihrer Gewinne.

Wie viel Einkommensteuer ein Freiberufler zahlen muss, ist von der Höhe der Einkünfte abhängig. In Deutschland gibt es einen sogenannten progressiven Einkommensteuersatz. Das bedeutet, dass der Prozentsatz, den ein Unternehmer oder Freiberufler abführen muss steigt, je höher seine Einnahmen sind.

Die Einkommensteuer muss quartalsmäßig vorausgezahlt werden. Dafür wird der voraussichtliche jährliche Gewinn auf der Basis des Vorjahres ermittelt. Ist die Vorauszahlung höher als die tatsächlich zu zahlende Einkommensteuer, erhält der Unternehmer die zu viel gezahlte Einkommensteuer selbstverständlich zurück.

Einkommensteuererklärung für Kleinunternehmer

Kleinunternehmer müssen die gleichen steuerrechtlichen Vorschriften beachten wie Freiberufler, Selbstständige oder Unternehmer, auch wenn sich die Steuerpflichten meist in Grenzen halten. Kleinunternehmer haben schließlich einen maximalen Jahresumsatz von 17.500 Euro. Übersteigen die Einnahmen dabei die Freigrenze von 8.820 Euro (Stand 2017), so wird trotzdem Einkommensteuer fällig.

Grundfreibetrag für Alleinstehende und Ehepaare

Der Grundfreibetrag bzw. der Einkommensteuerfreibetrag ist eine Art Einkommensgrenze, die das Existenzminimum für Steuerpflichtige in Deutschland absichert. Diesen Grundfreibetrag gibt es seit 1996. Er ist im Einkommensteuergesetz §32a Abs. 1 Nr. 1 festgelegt. Jegliches Einkommen, dass unterhalb dieser Einkommensgrenze liegt, wird nicht durch Steuern gemindert. Aufgrund der schleichenden Inflation wird der Grundfreibetrag fast jedes Jahr um ein paar Euro nach oben gesetzt.

Steuerfreibetrag für Ledige und Verheiratete

Für das Jahr 2017 liegt der Grund- bzw. Steuerfreibetrag für Ledige bei 8.820 Euro. 2018 wird er sogar auf 9.000 Euro steigen. Das bedeutet also, dass jede steuerpflichte Person im Jahr 8.820 Euro verdienen kann, ohne einen Cent Einkommensteuer zahlen zu müssen.

Für Verheiratete ist die Steuerfreigrenze genau doppelt so hoch, sofern die Ehepartner bei der Einkommenssteuer gemeinsam veranlagt werden. Der Grundfreibetrag für Verheiratete liegt also für 2017 bei 17.640 Euro bzw. für 2018 bei 18.000 Euro.

Icon Verheiratete

Der Grundfreibetrag wird auf der Basis von Hartz IV berechnet. Der Einkommensteuerfreibetrag entspricht dem Hartz IV-Regelsatz zuzüglich der Aufwendungen für Unterbringung und Nebenkosten.

Einkommensteuererklärung: Fristen zur Abgabe

Die Einkommensteuererklärung ist eine Darstellung der Einkommensverhältnisse, die jeder Steuerpflichtige einmal im Jahr abgeben muss. Auf der Basis der Einkommensteuererklärung wird die Einkommensteuer berechnet, die der Steuerpflichtige an das Finanzamt entrichten muss. Die Abgabe der Steuererklärung erfolgt aber nicht irgendwann. Stattdessen müssen bestimmte Fristen für Steuerpflichtige und freiwillige Abgaben eingehalten werden.

Abgabefristen und Fristverlängerung

Bei den Abgabefristen der Einkommensteuererklärung besteht ein Unterschied zwischen den Steuerpflichtigen, also den Steuerzahlern, die eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen und den Antragsveranlagungen. Antragsveranlagungen werden von Steuerzahlern eingereicht, die keine Einkommensteuererklärung machen müssen, sondern die Erklärung freiwillig abgeben.

Steuerpflichtig sind viele verschiedene Personengruppen, zum Beispiel Personen, die keine Lohnsteuer zahlen, wie Vermieter oder Verpächter, Personen die mehrere Arbeitslöhne beziehen oder Ehegatten mit der Steuerklassenkombination III und V. Solche Personengruppen müssen ihre Einkommensteuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt einreichen. Sie können aber auch eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember des Folgejahres beantragen, sofern die Steuererklärung von einem steuerlichen Berater erstellt wird.

Abgabefrist für die freiwillige Einkommensteuererklärung

All diejenigen, die nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, dürfen ihr Recht auf Abgabe trotzdem in Anspruch nehmen. Dafür haben sie wesentlich mehr Zeit als die Steuerpflichtigen. Seit 2008 beträgt die Abgabefrist für die Antragsveranlagung sogar vier Jahre.

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