Produktivität und Effizienz sind zwei Begriffe, die im Alltag oft als Synonyme verwendet werden. Und auch wenn die Begriffe durchaus verwandt sind, ist ihre Bedeutung trotzdem unterschiedlich.
Beide Terme bezeichnen den Vorgang aus eingesetzten Mitteln (Input) mehr herauszuholen, also den Output zu erhöhen. Die Herangehensweise ist das, was die Begriffe unterscheidet. Unter Steigerung der Produktivität bezeichnet man den Versuch, bei gleichbleibendem Input den Output zu erhöhen. Die Steigerung der Effizienz besteht hingegen darin, den gleichen Output mit weniger Input zu halten.
Ein tabellarischer Vergleich:
Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität sind sehr wichtige betriebswirtschaftliche bzw. volkswirtschaftliche Kennzahlen. Die Begriffe sind nicht als Synonyme zu verwenden. Hierin liegt der kleine, aber feine Unterschied:
- Produktivität: Beschreibt das Mengen-Verhältnis zwischen Input (Ressourcen) und Output (Ausstoß) eines Betriebs.
- Wirtschaftlichkeit: Beschreibt im Grunde das Gleiche, nur dass sie kein Mengen-, sondern ein Wert-Verhältnis misst. So werden hier Aufwand/Kosten und Ertrag/Erlös gegenübergestellt.
- Rentabilität: Hierbei geht es darum, den Gewinn dem ursprünglich investierten Kapital gegenüberzustellen, um die Effizienz und den Erfolg einer Investition oder eines Geschäfts zu bewerten.
Erfassen, messen, steigern. Die Produktivität eines Unternehmens zu berechnen ist enorm wichtig. Denn sie zeigt, ob das Verhältnis zwischen dem Ziel und den dafür eingesetzten Produktionsfaktoren gesund ist. Nicht nur der aktuelle Stand, sondern auch Strategien zur Wettbewerbsfähigkeit und zum Wachstum ergeben sich ebenfalls aus dieser Auswertung.
Wie berechnet man die Produktivität?
Produktivität = Ausbringungsmenge (Output)/Einsatzmenge (Input)
Bei der Ermittlung der Produktivität teilt man immer die Ausbringungsmenge, also die erzeugten Güter oder Dienstleistungen, durch die eingesetzten Ressourcen, z. B. die dafür benötigte Zeit.
Produktivität berechnen: Beispiel
Führen wir die Berechnung mal anhand eines Beispiels durch. Ein Unternehmen (Metallbearbeitung) produziert Teile für die Automobilindustrie. Für die Jahre 01 und 02 liegen folgende Daten vor:
Mit welchen Kennzahlen lässt sich die Produktivität im Unternehmen messen?
Mit fast jeder Kennzahl, die mit den betrieblichen Prozessen zu tun hat, können Unternehmen messen, wie produktiv sie sind. Ob Personalabteilung, Produktion, Vertrieb oder Umsatz je Kunde – durch die unterschiedlichen Dimensionen bzw. Qualitäten der verschiedenen Kennzahlen lässt sich die Gesamtproduktivität eines Unternehmens allerdings nur schwer ermitteln. Deshalb setzt man zur Berechnung der Produktivität auf die Analyse einzelner Bereiche und ermittelt sogenannte Teilproduktivitäten.
Was sind Beispiele für Teilproduktivitäten?
- Arbeitsproduktivität Berechnung: erbrachte Dienstleistung oder Produktionsmenge/Arbeitsstunden
- Maschinenproduktivität Berechnung: Anzahl der erzeugten Güter/eingesetzte Maschinenstunden
- Materialproduktivität Berechnung: Produzierte Menge/Materialeinsatz
- Beschäftigtenproduktivität Berechnung: Gesamtumsatz/Kosten aller Mitarbeiter
- Kapitalproduktivität Berechnung: Wertschöpfung/eingesetztes Kapital
Mithilfe der partiellen Produktivität können Sie das Verhältnis des Outputs im Vergleich zum Input eines bestimmten Produktionsfaktors berechnen. Diese Kennzahl bezieht sich immer auf Mengeneinheiten. Nutzen Sie dafür folgende Formel:
Partielle Produktivität = Menge an produziertem Output / Menge eines Input-Faktors
Berechnung partielle Produktivitäten Beispiel
Es ergeben sich folgende Rechnungen für die partielle Produktivität:
Material = 56.000 Stk. / 64.400 kg = 0,87 Stk./kg
Variable FK = 56.000 Stk. / 10.000 Std. = 5,6 Stk./Std.
Fixe FK = 56.000 Stk. / 58.000 Stk. = 0,97 Stk./Stk. Kapazität (d.h. 97 %)
Produktivitätsgewinn berechnen
Zur Berechnung des Produktivitätsgewinns berechnen wir nun Benchmarks aus den Werten des Vorjahres. Dazu benötigen wir „Referenzmengen“ für 02. Gemeint sind damit jene Inputmengen, die wir bei gegenüber dem Vorjahr gleichbleibender Produktivität im Jahr 02 benötigt hätten. Diese werden mit den Preisen des Jahres 02 bewertet.
Veränderung der Outputmenge = 56.000 / 40.000 = 1,4
Material-Referenzmenge = 48.000 x 1,4 = 67.200 kg
Fertigungsstunden-Referenzmenge = 7.500 x 1,4 = 10.500 Std.
Fixkosten-Referenzmenge: 60.000 Stk. Kapazität
Die Referenzmenge für die Fixkostenproduktivität ist identisch mit der alten Kapazität. Im Fixkostenbereich erfolgt keine Proportionalisierung der Menge. Eine Anpassung wäre nur erforderlich, falls die alte Kapazität nicht für die neue Produktionsmenge ausreichte.
Benchmark-Produktivität
Für die Benchmark-Produktivitäten wird nun die Outputmenge in Beziehung zur Referenzmenge gesetzt:
Material = 56.000 / 67.200 = 0,83 Stk./kg
Variable FK = 56.000 / 10.500 = 5,33 Stk./Std.
Fixe FK = 56.000 / 63.000 = 0,93 Stk./Stk. Kapazität (d. h. 93 %)
Produktivitätsveränderungen
Interessanter als die Absolutwerte sind die Produktivitätsgewinne. Diese errechnen sich mit folgender Formel:
Produktivitätsveränderung = (Produktivität – Benchmark-Produktivität) / Benchmark-Produktivität
Es errechnen sich in unserem Beispiel folgende Werte der Produktivitätsveränderung:
Material: 4,35 %
Variable Fertigungskosten: 5,00 %
Fixe Fertigungskosten: 3,45 %
Das Unternehmen hat in allen Bereichen Produktivitätsverbesserungen erzielt. Diese stehen zum Auffangen von Preis- und Lohnerhöhungen sowie zur Erhöhung des Unternehmensgewinns zur Verfügung.
Bei der Gesamtproduktivität werden sämtliche Faktoren eines Produktionsprozesses berücksichtigt. Da alle Mengeneinheiten normiert werden müssen, dient der Euro hier als Maßgröße.
Die Formel lautet:
TFP = Menge an produziertem Output / Gesamtkosten
Berechnung der TFP im Beispiel
TFP = 56.000 / (90.160 + 260.000 + 101.500) = 0,124 Stk./EUR
Für die Berechnung der Benchmarks müssen die (bereits berechneten) Referenzmengen mit den Materialpreisen bzw. Kostensätzen des Betrachtungsjahres 02 bewertet werden:
Somit errechnet sich die Benchmark TPF mit:
Benchmark TFP = 56.000 / 472.080 = 0,119 Stk./EUR
Die Verbesserung der TFP wird wie bei den partiellen Produktivitäten berechnet, sie beträgt 4,52 %.
Ziel jedes Unternehmens ist es die eigene Produktivität zu steigern bzw. das Meiste aus den verfügbaren Ressourcen zu holen, den Gewinn zu maximieren und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür gibt es verschiedene Ansätze, die in der Wirtschaft als effizient gelten:
Was bedeutet Grenzproduktivität?
Die Grenzproduktivität ist eine Kennzahl anhand welcher Unternehmen analysieren können, inwiefern sich der Ausstoß verändert, wenn der Input um eine Einheit variiert. Zum Beispiel: Wenn ein Unternehmen die Produktivität in der Produktion steigern möchte, kann es anhand der Grenzproduktivität erkennen, um wie viel sich die Produktionsmenge bei einer zusätzlichen Arbeitsstunde erhöht. Kurz: Wie verändert sich der Output, wenn eine Einheit im Input erhöht wird?
Das Arbeitsumfeld hat einen sehr hohen Einfluss auf die Produktivität der Beschäftigten.
Einige Faktoren, welche die Arbeitsproduktivität beeinflussen:
- Verfügbare Technologien
- Verfügbare Maschinen
- Qualifikation der Angestellten: Wissen und Erfahrung
- Gesundheit der Angestellten
- Motivation der Angestellten: Betriebsklima, Vergütung, etc.
Wie kann man die Mitarbeiterproduktivität steigern?
Dies sind ein paar Maßnahmen, mit denen die Produktivität Ihrer Mitarbeitenden erhöhen können:
- Wertschätzung und erbrachte Leistung anerkennen
- Transparenz zum Tätigkeitsumfeld bzw. Einsatzbereichs
- Mitarbeitende in die Unternehmensprozesse einbinden
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen: flexible Arbeitszeiten, weniger Arbeitsstunden, ausreichende Pausen, Ausstattung des Arbeitsplatzes
- Positives Betriebsklima